liebe.freiheit.alles.

Eigentlich wollte ich die grosse sentimentale Runde starten und mit einer melancholie von Dankesliste hier den Menschen aufwarten die in den letzten 3 Monaten mein leben so ziemlich einmal komplett auf den Kopf gestellt haben…
Mach ich aber nicht, anstatt gibt es eine kleine Geschichte..

Ad Astra?
Der Abflug des Raumpiloten Maximilian Bauer

Wer will schon ins Weltall?.. Na ich, ich nehme das erste Schiff! Klar und frei raus natürlich meine erste Antwort auf diese Frage. Was will ich hier? Was schon, Langeweile, sinnloses gewurstel und Zeit intensives Zeit totschlagen. Da hört sich der endlos leere Weltraum doch ganz spannend an. Hauptsache es passiert etwas und gefährlich darf es ja gerne mal sein. Also – Ad Astra – zu den Sternen, nichts wie Weg. Wozu sich mit belanglos irdischen beziehungsweise menschlichen Getue aufhalten, wenn es doch mit Raumschiff und Computer so viel interessantes und weites zwischen Andromeda und den Plejaden zu entdecken gibt? Zu oft hatten mich Raumfahrer im Geiste aus dieser Einöde mitgenommen und zu oft lag ich mit ausgestrecktem Daumen gen Himmel flach auf der Erde und wartete.
Was für eine Zeit, ohne Kontakt, ohne Signalboje und ohne interstellare Mitfahrgelegenheit. Allein festgenagelt und frustriert auf einem Flecken Terra, der so ganz und gar nicht dem Interessen und Vorgängen meiner Zeit entsprach. Gelangweiltes Altertum eben. Eine Reise zu den Sternen – ein Traum der einen Wach hält und nicht in Ruhe lässt während man sich durch eine planlos triste Gegend schleppt. Weg, bloß weg und noch weiter als es die Triebwerke zulassen und bloß nicht den Faden verlieren. Bloß nicht einwickeln und festbinden lassen vom Trott, der unter erhöhter Gravitation die Menschen zu leblosen Maschinen werden lässt. Immer weiter, suchen im System, wo sind Koordinaten, was gibt es für Chancen zur Abreise und wo sind andere Piloten hängen geblieben?
Doch allein? oder doch nur blind von der erdrückenden Masse der gelangweilten Lebensformen die einen umgeben und die Suche nach Gleichen, Rettern und anderen Gestrandeten erschweren. Doch nicht alleine – gerade letzte Nacht wieder ein Feuerstreifen am Firmament, ein Knall; wieder ein Pilot gestartet wieder einer Unterwegs den man nur hätte erwischen müssen. So einfach, so einfach kann es sein wenn man erst von den Raumpiloten und ihren Schiffen weiß. So schwierig kann es sein, sie zwischen all den Verbrennungsmotoren zu finden. Früher, viel früher war es nur ein Traum von mir, dass es sie überhaupt gibt. Ein paar Jahre schon weiß ich von ihnen, es gibt sie, sie fliegen. Ich hab sie gefunden, weiß wo sie sind, weiß was passiert ist und wohin sie eventuell weiter wollen. Es ging langsam, sehr langsam, ein schleichender Prozess, schwierig ihn überhaupt zu beschreiben geschweige den zu verstehen.
Der Prozess ist chaotisch, schwer zu begreifen und dann gleich wieder ein völlig anderer. Liegt er irgendwo in Zeit und Raum am passenden Punkt auf allen 4 Achsen oder doch nur ein klein wenig neben dran? Egal – sie fliegen und sie nehmen Tramper mit. Vor ein paar Wochen, im Raumhafen wurde alles plötzlich möglich. Die Zeit war da, silbern glänzende Schiffe neuster Generation und alte Frachter voller verliebter Geschichten, Nostalgie und Kurzschluss Technik standen bereit. Bereit zum abheben, bereit endlich Höhe in Distanz zu verwandeln. Bereit zum Flug. – und ich? Bereit zum mitfliegen. Ein kleiner Computer, paar Erdnüsse, etwas Dope und Bier, mehr war nicht dabei. Der Raumanzug ging für nen Zehner in meinen Besitz über, war damit ne Gelegenheit und hatte die erste Feuerprobe schon bestanden. Mehr brauchte es nicht – Es war so einfach, so einfach.

Letzte Nacht bin ich gestartet.

Danke euch Raumfahrern, Philosophen, Wissenschaftlern, Clowns und Chaoten.
Wir fangen gerade erst an.

2 Responses to “liebe.freiheit.alles.”

  1. Matze Says:

    Vergess Dein Handtuch nicht!

  2. eineisbaer Says:

    ja und das Batterieladegerät sollte auch dabei sein. Guten Flug und bessere Landung

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