Der Linux Effekt und die altbekannten Händler von der Ecke.

Der Congress nahm ein jaehes Ende – Ich bin seit zwei Wochen wieder auf dem Boden nackter Tatsachen. Willkommen in 2006! Und Achtung, ich hol auch gleich mal ein bischen aus:

Der Linux Effekt und die altbekannten Händler von der Ecke.

Sind manche Pinguine gleicher als andere Pinguine? Oder wohin soll das Konzept Linux als Distribution, wenn es je eins gab, gehen?

Politik ist eine haarige Sache. – wir wussten genau das wir uns darauf einlassen als wir vor 10 Jahren den Angriff auf die kommerzielle Welt so richtig zum laufen brachten. Damals stand der Traum von einem freien System im Vordergrund, technisch eindeutig besser und überlegen, sollte Linux gegen den Klassiker der Geschlossenen Software antreten.
Nochmal 10 Jahre früher startet der Gedanke der freien Software, die FSF und folgende. sie wollen die beste freie Software der Welt für die besten Leute der Welt verbreiten, egal ob für Wissenschaftler, Studenten, Firmen, Erfinder oder raffgierige grossklotzige Konzerne die ihrerseits die Welt eher beherrschen wollen als ordentliche Software zu betreiben, aber ok wer es benutzen will soll loslegen ist das Motto.
Es ist eine Idee, mehr eine Utopie das Computer Nutzer auf der ganzen Welt freien Zugang zu Konzepten, Verfahren und Ideen hinter den Rechtssystemen die den Planeten zusammenhalten haben.

Der Pathos lebt weiter, wir sind immer noch cooler als der Rest, aber sich in die Politik der Industrie IT zu verlaufene, wie die großen Suse^W (RIP), Novell und RedHat aktuell tun, ist nicht das Ziel das es zu erreichen galt.

Es geht weder um update Packages noch darum das Backpatches für eine stabile produktive Version angeboten werden. Auch die Tatsache, dass nicht mal die Kollegen von M$ Geld für sicherheits relevante Patches verlangen, ist nur ein kleinerer Schlag der grossen Distributionen gegen die Freie Software.
Der springende Punkt ist der Irrsinn mit so genannten ‘Enterprise Versionen’. Eigentlich ein Marketing Feld der klassischen Closed Source Modelle, ist es jetzt genauso klassisch mit freier Software weit verbreitet.

Jetzt muss man den Leuten nicht mehr erklären was Linux überhaupt ist, jetzt kommt auch noch hinzu, dass das mit den Distributionen nicht mehr wie früher ein Disput der Freaks untereinander ist, sondern das damit auch eine massive Politische Entscheidung zusammen hängt. Die Entscheidung freie Software eben genau so einzusetzen wie man es mit der verschlossenen seit Jahren tut, eben Nicht Frei, oder sich darauf besinnen das es um Freiheit bei den Konzepten geht und nicht um Freibier bei einem Kickoff Meeting.

Ja der Anlass zu diesem Text ist das ich die Preise bei Novell einfach mal nicht einsehe. Was früher eine Suse war soll jetzt einige hundert Euro pro Jahr und CPU kosten. Ist auch recht, wenn dafür ein Dienstleister anrückt und mit allem Fanfaren des 24/7 Supports aufwartet, nicht nur bei System Problemen sondern auch bei der eben ‘Enterprise’ Spezifischen Integration. Gibt es dafür aber nicht, wer auch immer das System betreut, die Kohle für die ‘Lizenzen’ geht erstmal nahtlos an ihm vorbei, wie bei M$, die Support Rechnung geht extra. – Kein Freibier, und das fehlende Support knowhow bringt auch keine Freiheit.

Die Revolution nagt an ihren Kindern, wir sind mittlerweile auf der Standard Liste. Den Linux Support Harken haben die Mainstream Anwendungs Hersteller alle drauf, aber was nach dem Prozess der letzten 10 Jahre angekommen ist, scheint nicht das Konzept Freier Software zu sein als das es auf die Reise ging.

One Response to “Der Linux Effekt und die altbekannten Händler von der Ecke.”

  1. andromeda.hyte.de - the weblog of Maximilian Bauer » Blog Archive » … and the Ugly. Says:

    [...] Nun aber zu dem Rant zu dem ich eigentlich kommen wollte. Novell bzw. das was von einer ehemals Deutschen Linux Distribution uebrig ist. Ich hab schon ein paar mal darueber geschrieben und konnte nur knapp an mir halten als die Novell und M$ kuschel Aktion vor ein paar Wochen begonnen hat. Deswegen weide ich auch garnicht den Umstand dieser wirklich dubiosen Vertraege aus sondern beschaeftige mich lieber mit den Folgen. Zack zum ersten, dieses Posting ist gleich zu Anfang eines der schwerwiegensten Beispiele fuer das Problem wenn freie Software zusammen mit Kommerziellen Partnern betrieben werden soll. Novell kickt ihren Versuch einen freien Ersatz fuer das M$ Exchange System zu konzipieren – Hula. Natuerlich zu gunsten “schon vorhandener Systeme”. (”but nearly every organization we’ve talked to already has a mail infrastructure. Bringing Hula in for the webmail means duplicating their SMTP, IMAP, and POP setup.” – Vorhandener Vertraege trifft es afaik besser). Das meinte ich damals, wozu in proprep Software investieren, oder sie gar auf eine freie Platform portieren, wenn so das ganze freie Konzept doch wieder nur in die Probleme und Unzulaenglichkeiten von kommerziellen Systemen mit sich bringt. Ich befuerchte nicht das GNU mit Aktionen wie diesen doch noch zu UNIX wird. Ich befuerchte auch nicht das solche Deals und Geschaeftsmodelle der freien Software Community im Wege stehen. Was schlimm ist, ist dass die Sache wohl auch weiterhin fuer die breite Masse nicht besser wird. Den Kunden von M$ rate ich auf den Deal aufzupassen, die Konsistenz des immer gepriesenen “alles aus einer Hand” Models ist hier zu einem Witz mutiert. Gennerell galt auch vorher schon, wer kauft schon seine Mailserver Infrastruktur schon bei einem Spielekonsolenhersteller? – Die Grosse breite Masse. [...]

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