die fetten jahre sind vorbei!

die fetten jahre sind vorbei!

Gerade denen die den Film noch nicht gesehen haben, möchte ich zuerst den jornalistisch etwas gehaltvolleren Artikel auf Sponline ans Herz legen.



Anarchie und Alltag



So und hier nun mein nächtlich zusammengehackter Veriss zu dem Streifen:

Sie Haben zuviel Geld.

- Die Erziehungsberechtigten?

die fetten Jahre sind vorbei … allerding, etwas abgeflachteres als dieser Film war wirklich nicht zu Erwarten, die Tatsache das unsere Jugendkulur ein massive Problem mit Fortbewegung und revolutionären Gedanken hat ist klar erkennbar. Aber einen derartige Darstellung der Problematik bedarf es nun wirklich nicht.

Zum Stoff, drei Jugendliche mit irregeleitetem Bewegungsdrang kommen auf die weltverbessernde Idee den Bonzen und Reichen unserer Gesellschaft eins auf die Nase ihrer Arroganz zu geben, soweit so gut.

Dilettantisch nur (lieber Regisseure war das eigentlich Ironie oder Hohn?) das Vorgehen der Protagonisten, ganz klar das es sich um eine utopische Erzählung handelt aber wie kann man die Charaktere nur dermaßen tapsig auf die Reise schicken. Es mangelte ganz klar an Ideen sowohl bei der Inszenierung der Übergriffe auf das Establishment als auch, bei den Idealvorstellungen der hier so schwach dargestellten Revoluzzer.

Was war gleich Ziel der Übung? – Unklar der Film verrät es auch nicht wirklich. Als Grundlage aller Handlung müssen die Klisches einer aufmüpfigen Jugend herhalten. Ohne wirklichen Einblick in die Kontroverse zu geben wird das Motiv arm vs. reich an den Haaren herbeigezogen und gekocht wie Omas Gemüsesuppe, eine Zutat nach der anderen.

Meine Befürchtung das es auf eine Beziehungskiste hinausläuft wurde ja schon mehr oder weniger durch den Trailer und diverse Marketing Bestrebungen bestätigt, dass es dann doch so Plump kam war eine weitere Enttäuschung für mich. Klar das es so gehandikapt zum Eklat kommen muss unsere kleine Hobby Zelle fährt den Karren an die Wand und fliegt erstmal auf.

Die Krönung dann die weiterhin platten Ausführungen auf der gepflegten Berghütte mit dem entführten Opfer. Herr Hardenberg rockt die Kids gleich an drei Fronten.

Erstens ist er Ihnen durch seine Vergangenheit mit dem Thema weit überlegen, die Vorgabe mit Dutschke schon mal Bierchen gezischt zu haben lässt den drei Kurzen wirklich nicht viel Spiel. Hardenberg ist mehr als nur im Bilde was in den Köpfen seiner Entführer vorgeht.

Desweiteren ist er die Humoristische Instanz in dem Film, Hallo? war nicht gerade noch die Idee die Verbrechen dieser Gesellschaftsschicht in den Vordergrund zu rücken, stattdessen mutiert die Geisel bei Alpenromantik zur netten Familien Freund mit Verständnis.

Zu guter letzt dann noch die Peinlichkeit wie Hardenberg die drei mit einer kleinen Lehrstunde zum Thema ‘Freie Liebe’ aus der Haltung bringt. Etwas das die Kids von vor 30 Jahren, schon verstanden hatten und mit ’schliesslich sollte es ja auch Spass machen’ cool abhandeln, macht der heutigen Generation massive Probleme. So ist es recht ich weiss nicht ob das einfach nur schnödes Handlungselement oder eine wirklich tiefgreifende Erkenntnis über unsere Jugend ist. Aber mit diesem Punkt ist nicht nur durch TV Ideale, Rudel verhalten und AIDS ‘der Spass vorbei’.

Danke dem Spiegel Autor für: “Schnell wird klar, dass die Generation Golf für die freie Liebe zu dritt dann doch zu spießig ist.” – ich verneige mich, ich hab es so schön nicht hinbekommen.

Vielleicht lieg ich ja auch vollkommen falsch mit meiner Meinung, eventuell wollte der Film nie meine Ideen und Überlegungen zu dem Thema ‘Dreh endlich an dieser verkorksten Gesellschaft’ ansprechen. Vielleicht war er wirklich nur als leichte Samstagabend Unterhaltung gedacht, wie gesagt Humoristisch hatte er ja einiges zu Bieten gehabt und er war auch nie zu mehr gedacht. Sollte dies Zutreffen so entschuldige diesen kleinen Rant. Bleibt für mich das an diesem Abend die grösste Spannung war das mein Auto im Halteverbot stand.

An dieser Stelle möchte ich dann noch der Polizei Direktion Unterfranken danken das sie so viel Energie, auch noch zur späten Stunde, in die Zucht und Ordnung auf unseren Strassen stecken konnten. – "Manche Menschen ändern sich nie."

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